Die italienische Flagge vor dem Vittoriano in Rom, mit der bronzenen Quadriga vor blauem Himmel

Veröffentlicht, August 2024

Die größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Italien 2019-2023


Die Daten in diesem Bericht stammen aus IP Pilot, haben den Stand August 2024 und beruhen auf der Zahl der Patentanmeldungen, die zwischen 2019 und 2023 erstmals veröffentlicht wurden. Da Patentdaten in öffentlichen Datenbanken verzögert erfasst werden können, können die Zahlen im Zeitverlauf schwanken.


Zwischen 2019 und 2023 zeigte Italien ein stabiles und zugleich bewegtes Patentgeschehen mit insgesamt 85.451 Patentanmeldungen (auf Basis der Veröffentlichungen von 2019 bis 2023), vertreten durch 168 Kanzleien. Die Anmeldungen wuchsen im Zeitraum stetig um durchschnittlich rund 9 Prozent pro Jahr. Allein auf die 25 größten Kanzleien entfielen 62.121 Anmeldungen, also 73 Prozent aller Anmeldungen.

Ranking: Die 25 größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Italien

Von den 168 Kanzleien im Erteilungsverfahren in Italien bearbeiteten die 25 größten im Fünfjahreszeitraum zusammen 62.121 Anmeldungen, also 73 Prozent aller Anmeldungen. Das spricht für eine hohe Konzentration: Wenige Kanzleien bestimmen das Anmeldegeschehen in Italien.

Die drei größten Kanzleien im Ranking waren STUDIO TORTA (8.769 Anmeldungen), JACOBACCI & PARTNERS (8.033 Anmeldungen) und BUGNION S.P.A. (8.111 Anmeldungen). Das unterstreicht die Konzentration des italienischen Patentgeschäfts erneut: Auf diese drei Kanzleien allein entfielen im Zeitraum fast 30 Prozent aller Patentanmeldungen des Landes.

Während viele dieser Kanzleien ihr Anmeldevolumen von Jahr zu Jahr konstant hielten, legten einige deutlich zu:

BRUNACCI & PARTNERS S.R.L. steigerte sich um 62 Prozent.

FIAMMENGHI-FIAMMENGHI legte um 60 Prozent zu.

PRAXI INTELLECTUAL PROPERTY S.P.A. verzeichnete ein Plus von 57 Prozent.

PERANI & PARTNERS S.P.A. wuchs um 47 Prozent.

Italien: Zahl der Patentanmeldungen und Anteil ausländischer Anmeldungen je Kanzlei

Das Patentgeschehen in Italien im Überblick

Von den 85.451 Patentanmeldungen gingen 39 Prozent als inländische Anmeldungen aus Italien ins Ausland, 11 Prozent stammten von ausländischen Innovatoren. Den Großteil dieser internationalen Anmeldungen bearbeiteten die 25 größten Kanzleien im Erteilungsverfahren in Italien, nämlich 90 Prozent. Vier große Häuser, STUDIO TORTA, BUGNION S.P.A., JACOBACCI & PARTNERS, und GLP SRL, beherrschen diesen Bereich.

Umgekehrt betreuen die meisten Kanzleien im Erteilungsverfahren in Italien vor allem inländische Mandanten. Häuser wie ING. CLAUDIO BALDI S.R.L. und MODIANO & PARTNERS kommen auf Anteile ausländischer Anmeldungen von 0 beziehungsweise 1 Prozent und sind damit klar auf inländische Anmelder ausgerichtet. Das zeigt, wie wichtig die Kenntnis der Eigenheiten des italienischen Marktes für die Arbeit im Erteilungsverfahren ist.

Ein erheblicher Teil (58 Prozent) aller von italienischen Patentkanzleien eingereichten Anmeldungen lief über den PCT. Das zeigt, welchen Stellenwert das PCT-System in der Anmeldestrategie italienischer Kanzleien hat, trotz des vergleichsweise kleinen Marktes.

Das Patentgeschehen in Italien ist zwar kleiner als in manchen anderen europäischen Ländern, doch die Daten von IP Pilot zeigen ein stetiges Wachstum, getragen von laufenden Reformen zur Förderung von Innovation.

Zusammengenommen zeichnen die Zahlen einen Markt, der von einer kleinen Gruppe international tätiger Kanzleien getragen wird, daneben eine deutlich größere Zahl von Häusern mit Fokus auf inländische Innovatoren.

Bemerkenswerte Entwicklungen bei den Kanzleien

Mehrere Kanzleien außerhalb der absoluten Spitze legten im Fünfjahreszeitraum bei den Anmeldungen deutlich zu, was auf eine Verschiebung im Markt hindeutet:

Entwicklungen im Fallaustausch in Italien

Abgehende Fälle: Zwischen 2019 und 2023 gaben italienische Kanzleien 33.492 Fälle ins Ausland. Die wichtigsten Ziele waren die Vereinigten Staaten (9.144 Fälle), China (6.863 Fälle) und Japan (3.043 Fälle), auf die zusammen 57 Prozent aller abgegebenen Fälle entfielen.

Eingehende Fälle: Italienische Kanzleien erhielten 9.753 Fälle von ausländischen Partnern, überwiegend aus China und den Vereinigten Staaten. Das unterstreicht die Rolle Italiens als Ziel internationaler IP-Arbeit.

Was das für IP-Kanzleien bedeutet

Wer als italienische IP-Kanzlei seine Strategie schärfen will, muss diese Marktbewegungen kennen. Die Häuser mit den größten Anmeldevolumen pflegen enge Partnerschaften im Ausland, investieren in technische Kompetenz und bearbeiten dauerhaft große Mengen an PCT-Arbeit.

  • Auslandsbeziehungen bleiben der Unterschied. Da nur eine Handvoll Kanzleien den Großteil der internationalen Anmeldungen bearbeitet, lohnt es sich für Häuser mit Wachstumsabsichten, ihr Partnernetzwerk im Ausland auszubauen, vor allem in den USA, China und Japan.
  • Auch der Inlandsfokus trägt. Kanzleien mit engen Verbindungen zu italienischen Universitäten und inländischen Innovatoren, etwa Ing. Claudio Baldi S.r.l., zeigen, dass ein rein heimisches Modell ein solides Anmeldevolumen tragen kann.

Fazit

Zwischen 2019 und 2023 reichten italienische Patentkanzleien 85.451 Anmeldungen ein, davon 62.121 über die 25 größten Häuser, also 73 Prozent. Von diesen gingen 39 Prozent an ausländische Partner, vor allem in die Vereinigten Staaten, nach China und nach Japan. Im Gegenzug erhielten italienische Kanzleien 9.753 Fälle, überwiegend aus den USA und China.

Das italienische Patentgeschehen bleibt stabil und wächst stetig, angeführt von einer kleinen Gruppe von Kanzleien: Studio Torta, Bugnion S.p.A. und Jacobacci & Partners, die zusammen einen erheblichen Teil der internationalen Anmeldetätigkeit des Landes bearbeiten.

Da die internationale Anmeldetätigkeit weiter zunimmt, sind Kanzleien im Vorteil, die in grenzüberschreitende Partnerschaften und technische Spezialisierung investieren. IP Pilot verfolgt diese Entwicklungen laufend und gibt Kanzleien die Marktkenntnis, die sie brauchen, um Partner zu finden, die eigene Leistung einzuordnen und Mandate zu gewinnen.