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Veröffentlicht, 22. Februar 2024

Die größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Frankreich 2018-2023


Die Daten in diesem Bericht stammen aus IP Pilot, haben den Stand Februar 2024 und beruhen auf der Zahl der Patentanmeldungen, die zwischen 2018 und 2023 erstmals veröffentlicht wurden. Da Patentdaten in öffentlichen Datenbanken verzögert erfasst werden können, können die Zahlen im Zeitverlauf schwanken.


Zwischen 2018 und 2023 waren im französischen Patentgeschehen 214 Kanzleien im Erteilungsverfahren aktiv. Zusammen vertraten sie 148.781 Patentanmeldungen (gemessen an der Zahl der zwischen 2018 und 2023 erstmals veröffentlichten Patentanmeldungen, Stand Februar 2024). Damit festigte Frankreich seine Stellung als eines der führenden Länder der Region, nach Zahl der bearbeiteten Anmeldungen nur hinter Deutschland und Großbritannien.

Die Zahl der von französischen Kanzleien vertretenen Patentanmeldungen blieb über die Jahre bemerkenswert stabil, mit nur geringen Schwankungen. Ausgehend von 26.461 Anmeldungen im Jahr 2018 gab es 2019 und 2020 ein leichtes Plus von 2 und 3 Prozent. In den Folgejahren ging die Zahl um 1 bis 3 Prozent zurück. Das spricht für einen widerstandsfähigen französischen Patentmarkt mit einem gleichmäßigen Fluss an Innovationen und Schutzrechtsarbeit.

Ranking: Die 25 größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Frankreich

Zwischen 2018 und 2023 zeigte sich im französischen Erteilungsverfahren eine auffällige Konzentration auf die 25 größten Kanzleien. Auf sie entfielen 72 Prozent aller in diesem Zeitraum eingereichten Patentanmeldungen, was zeigt, wie stark einige wenige Häuser die Branche prägen.

Unter den fünf größten Kanzleien im französischen Erteilungsverfahren lag PLASSERAUD IP vorn und vertrat in diesem Zeitraum insgesamt 13.581 Patentanmeldungen. Dicht dahinter folgte LAVOIX mit 11.682 Anmeldungen, und CABINET BEAU DE LOMÉNIE behauptete sich mit 10.446 bearbeiteten Anmeldungen. REGIMBEAU und BREVALEX (Teil der Santarelli Group) steuerten 7.942 beziehungsweise 6.056 bearbeitete Anmeldungen bei.

Im Zeitraum 2018 bis 2023 traten mehrere Aufsteiger mit deutlich gestiegenen Bearbeitungszahlen hervor. Dazu zählen NOVAGRAAF, CABINET BEAUMONT, CASALONGA und IPAZ, die jeweils um mehr als 20 Prozent zulegten. Außerdem waren IPSIDE (Teil der Santarelli Group), IP TRUST und IPSILON die stärksten Wachstumstreiber mit einem Plus von mehr als 40 Prozent bei den bearbeiteten Anmeldungen.

Das Patentgeschehen in Frankreich im Überblick

Anmeldungen ausländischer Mandanten machten bei den französischen Kanzleien nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus: 19 Prozent der insgesamt 148.781 zwischen 2018 und 2023 bearbeiteten Anmeldungen. Der Großteil des Geschäfts kam von inländischen Anmeldern, was für ein stark heimisch geprägtes Patentgeschehen in Frankreich spricht. Unter den 25 größten Kanzleien kamen nur PLASSERAUD IP und CABINET CHAILLOT bei den Anmeldungen internationaler Anmelder auf einen Anteil von mehr als 40 Prozent.

Passend dazu waren 765 der 1.000 größten Anmelder (mit französischen nationalen Anmeldungen sowie EP- und PCT-Anmeldungen über französische Vertreter) im Inland ansässig. Inländische Innovatoren sind damit die wichtigste Geschäftsquelle französischer Vertreter. Zugleich gehören französische Kanzleien zu den Vertretern in Europa, die am meisten Arbeit an internationale Kollegen weitergeben.

Die größten von französischen Kanzleien vertretenen Anmelder: Aufschlüsselung nach Ländern
Die 50 größten französischen Patentkanzleien 2018-2023

Bekannte inländische Anmelder wie Le Commissariat à l’énergie atomique, CENTRE NAT RECH SCIENT, Safran Aircraft Engines, Thales und L’ORÉAL stehen für die Breite und Stärke der heimischen Innovation.

Neben inländischen Anmeldern erhielten französische Kanzleien auch erhebliche Aufträge von internationalen Unternehmen, was für ihre weltweite Reichweite spricht. Darunter sind Namen wie das koreanische LG Electronics, die japanischen Konzerne Toyota Motor Corporation und Toshiba TEC sowie chinesische Innovatoren wie OPPO Mobile.

Entwicklungen im Fallaustausch in Frankreich

Französische Kanzleien gaben 71.717 Patentfälle an ausländische Kollegen ab und erhielten mit 25.476 deutlich weniger. Das unterstreicht ihre Ausrichtung auf inländische Mandanten und ihr aktives Auslandsgeschäft. Wichtigster Empfänger französischer Fälle sind die Vereinigten Staaten mit 31 Prozent der abgegebenen Arbeit, dicht gefolgt von China mit 21 Prozent. Bei den eingehenden Fällen liegt dagegen Japan mit 23 Prozent vorn, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit rund 21 und China mit rund 20 Prozent.

Fazit

Zwischen 2018 und 2023 zeigte Frankreich ein starkes Patentgeschehen mit 214 aktiven Kanzleien im Erteilungsverfahren. Die 25 größten Häuser beherrschten den Markt und vertraten 72 Prozent aller Anmeldungen, angeführt von PLASSERAUD IP.

Den Großteil des Geschäfts trug die inländische Innovation, nur 19 Prozent der Anmeldungen kamen von ausländischen Mandanten. Französische Kanzleien arbeiteten zugleich international: Sie gaben 71.717 Fälle ab und erhielten 25.476. Wichtigster Empfänger abgehender Fälle waren die Vereinigten Staaten, bei den eingehenden führte Japan.