
Veröffentlicht, August 2025
Die größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Australien 2019-2023
Stetiges Wachstum, weltweite Reichweite: Australiens Rolle im IP-Geschehen
Das Erteilungsverfahren in Australien blieb zwischen 2019 und 2023 robust und international eingebunden. Bevölkerung und Binnenmarkt des Landes sind im Vergleich zu den großen Volkswirtschaften überschaubar, doch das Patentsystem bleibt ein wichtiges Ziel in internationalen Innovationsstrategien, vor allem für Kanzleien, die im asiatisch-pazifischen Raum Fuß fassen wollen.
Von 2019 bis 2023 bearbeiteten die 50 größten australischen Patentkanzleien Hunderttausende Anmeldungen, ganz überwiegend aus dem Ausland. Dass dieser Zustrom anhält, zeigt die Rolle des Landes als Zugangsjurisdiktion und als attraktives Ziel für multinationale Anmelder.
Die Excel-Datei mit den größten Patentkanzleien aus Australien
Ranking: Wer führt? Die 25 größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Australien
Eine kleine, aber schlagkräftige Gruppe spezialisierter IP-Kanzleien bestimmt den australischen Patentmarkt. An der Spitze steht Spruson & Ferguson mit knapp 40.000 Patentanmeldungen zwischen 2019 und 2023. Bekannt für technische Tiefe und eine breite internationale Mandantschaft, bleibt Spruson & Ferguson der unangefochtene Riese im australischen IP-Markt.
Weit oben in der Liste stehen außerdem Davies Collison Cave (24.812 Anmeldungen), Griffith Hack (19.441) und FB Rice (18.303), die alle einen erheblichen Marktanteil halten. Diese Häuser zählen durchgehend zu den bevorzugten Partnern inländischer Innovatoren wie ausländischer Anmelder, die den australischen Markt betreten.
Die Top 10 vervollständigen: Phillips Ormonde Fitzpatrick, Pizzeys Patent and Trade Mark Attorneys, FPA Patent Attorneys Pty Ltd, Wrays, Shelston IP und Madderns. Diese Kanzleien haben sich durch technische Tiefe, effiziente Verfahrensführung und gewachsene internationale Allianzen hervorgetan.
Hinweis: Golja Haines & Friend firmiert inzwischen als IP Sentinels.
Gruppen und Unabhängige: die Besonderheit des australischen Marktes
Der australische Patentrechtsmarkt wird von zwei großen börsennotierten IP-Gruppen geprägt, IPH Limited und QANTM IP Limited. Daneben steht eine starke Riege unabhängiger Boutiquen, die weiter wächst; beide Lager halten erhebliche Marktanteile. Da IPH und QANTM über Zukäufe wachsen, zeigen unsere Daten bei einzelnen Kanzleien einen scharfen Einbruch, etwa bei Shelston IP, das von IPH übernommen, anschließend integriert wurde und danach nicht mehr eigenständig auftrat.
IPH Group (IPH Limited)
IPH war 2014 das erste IP-Dienstleistungsunternehmen an der Australian Securities Exchange (ASX) und ist seither durch Zukäufe und Zusammenschlüsse rasch gewachsen. Im Einzelnen:
- Im August 2019 schloss IPH die Übernahme der Xenith IP Group ab und holte damit Griffith Hack, Shelston IP, Watermark und Glasshouse Advisory in das eigene Portfolio.
- Danach wurde Watermark Ende 2019 in Griffith Hack integriert, und Shelston IP ging Ende 2021 in Spruson & Ferguson auf. Durch diese Strategie liegen wichtige Häuser gebündelt in einer Hand: Spruson & Ferguson, Griffith Hack, Pizzeys, Shelston IP, Watermark und AJ Park, allesamt inzwischen unter dem Dach von IPH. Zusammen standen diese Kanzleien einst für mehr als 40 Prozent der Patentanmeldungen in Australien.
QANTM Group (QANTM IP Limited), inzwischen im Besitz von Fox BidCo Pty Ltd
QANTM bündelt mehrere bekannte IP-Kanzleien:
- Zur Gruppe gehören Davies Collison Cave (DCC), Davies Collison Cave Law und FPA Patent Attorneys, die im August 2016 übernommen wurden.
- Im Mai 2020 übernahm QANTM Cotters Patent & Trade Mark Attorneys; bis Mitte 2022 war Cotters vollständig in FPA integriert. Zusammen kamen diese QANTM-Kanzleien zwischen 2018 und 2022 auf mehr als 30.000 Anmeldungen.
Schließlich übernahm Wrays 2021 die in Perth ansässige Kanzlei Lord & Co., was in den Daten zu einem deutlichen Rückgang der Anmeldungen führte, da das Unternehmen aufgelöst wurde.
Marktwirkung und Wettbewerb
Das Bild zeigt Konzentration und Wettbewerb zugleich:
- IPH und QANTM kontrollieren zusammen einen erheblichen Teil der Tätigkeit im Erteilungsverfahren in Australien. Kartellrechtliche Prüfungen, etwa durch die ACCC bei der Xenith-Übernahme, kamen dennoch zu dem Schluss, dass ausreichend Alternativen im Wettbewerb bestehen.
- Zudem hat der Personalabbau in den integrierten IPH-Kanzleien nach den Übernahmen, etwa bei Griffith Hack und Shelston IP, die Gründung mehrerer neuer unabhängiger Kanzleien durch ehemalige IPH-Anwälte ausgelöst und damit die Vielfalt im Markt gestärkt.
Aufsteiger: die am schnellsten wachsenden Kanzleien (2019 bis 2023)
Neben den etablierten Häusern haben mehrere Kanzleien in den vergangenen fünf Jahren bei den Anmeldezahlen deutlich zugelegt. Diese Aufsteiger bauen ihre Mandantschaft aus, gewinnen Marktanteile und festigen ihren Ruf in einem härter werdenden Umfeld. Sie sind die nächste Generation führender IP-Kanzleien in Australien.
Die wachstumsstärksten Kanzleien:
- RNB IP PTY LTD
- ALDER IP PTY LTD
- MICHAEL BUCK IP
- JAMES & WELLS
- ALLENS PATENT & TRADE MARK ATTORNEYS
- COLLISON & CO
- GLMR PTY LTD
- PATENT ATTORNEY SERVICES
In einem Gespräch hat IP Pilot mit Edward von GLMR Australia darüber gesprochen, welchen Anteil der Einsatz von Technologie wie IP Pilot an ihrem Wachstum hat.
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www.glmr.law
Entwicklung der Patentanmeldungen in Australien: Beständigkeit im Wandel
Die Anmeldezahlen der größten australischen Kanzleien blieben von 2019 bis 2023 stabil, mehrere Häuser legten deutlich zu. FB Rice steigerte die Anmeldungen um 40 Prozent, was für den eigenen Schwung und eine wachsende Mandantschaft spricht. Phillips Ormonde Fitzpatrick kam auf ein Plus von 21 Prozent. Beide sind unabhängige Kanzleien.
Der Anteil der Anmeldungen aus dem Ausland blieb hoch, häufig über 80 Prozent, was die internationale Ausrichtung des australischen IP-Marktes unterstreicht. Getragen werden sie meist von PCT-Eintritten in die nationale Phase. Australien ist wegen seines angesehenen Rechtssystems und seiner geografischen Lage ein bevorzugtes Ziel für diese zweite Phase.
Eingehende Anmeldungen: Wer meldet in Australien an?
Bei den eingehenden Patentanmeldungen dominieren die Vereinigten Staaten mit 57.758 Anmeldungen im Zeitraum. Es folgen China (12.369), Deutschland (8.283), Japan (7.380) und das Vereinigte Königreich (6.845). Diese Mischung zeigt: Australien ist nicht nur Teil einer regionalen IP-Strategie, sondern ein Ziel für Innovatoren aus Nordamerika, Europa und Asien gleichermaßen.
Ausgehende Anmeldungen: Wo melden Australier an?
Australische Anmelder verfolgen ihrerseits aktiv Schutz im Ausland: Die Vereinigten Staaten erhielten 6.808 Anmeldungen. Weitere wichtige Ziele sind China (3.258), Kanada (2.309), das Vereinigte Königreich (2.291) und Japan (1.981). Das zeigt die internationalen Ambitionen australischer Innovatoren und die wichtige Rolle der Kanzleien beim Umgang mit fremden Patentsystemen.
Was IP-Kanzleien daraus mitnehmen
Der australische Patentmarkt belohnt Kanzleien, die technische Kompetenz mit internationaler Ausrichtung verbinden. Die erfolgreichsten Häuser zeigen:
- belastbare internationale Anmeldeströme
- hohe Anteile an PCT- und Auslandsanmeldungen
- stabile Anmeldevolumen von Jahr zu Jahr
Der Aufstieg neuer Anbieter zeigt zudem eine Verschiebung hin zu Beweglichkeit, schneller Reaktion und technikgestützten Leistungen.
Fazit: kleiner Markt, weltweite Wirkung
Australien liegt geografisch abseits, sein IP-System jedoch keineswegs. Die führenden Patentkanzleien des Landes sind international vernetzt, fachlich stark und gut aufgestellt, um Mandanten in einem immer komplexeren Innovationsumfeld zu begleiten.
Ob internationaler Konzern auf der Suche nach Schutz für seine Innovationen oder heimisches Unternehmen mit Blick ins Ausland: Das australische Erteilungsverfahren bietet die nötige Begleitung.
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Der vollständige Bericht mit den größten Patentkanzleien aus Australien

