Bunte Wimpelketten über einer Kolonialstraße in Brasilien

Veröffentlicht, 12. Februar 2025

Die größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Brasilien 2019-2023


Die Daten in diesem Bericht stammen aus IP Pilot, haben den Stand Februar 2025 und beruhen auf der Zahl der Patentanmeldungen, die zwischen 2019 und 2023 erstmals veröffentlicht wurden. Da Patentdaten in öffentlichen Datenbanken verzögert erfasst werden können, können die Zahlen im Zeitverlauf schwanken.


Brasilien ist einer der wichtigsten Märkte für geistiges Eigentum in Lateinamerika und hat ein gefestigtes Erteilungsverfahren. Im Rechtsmarkt des Landes sind zahlreiche spezialisierte IP-Kanzleien tätig, die inländische wie internationale Anmeldungen betreuen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Anmeldetrends deutlich verschoben, was Kanzleien und Unternehmen gleichermaßen betrifft. Dieser Bericht betrachtet die 25 größten Kanzleien im Erteilungsverfahren in Brasilien, die allgemeinen Anmeldetrends, den internationalen Fallaustausch und die Erkenntnisse, mit denen Kanzleien ihre Marktposition stärken können. Nach Daten von IP Pilot wurden in Brasilien zwischen 2019 und 2023 112.899 Patente veröffentlicht, vertreten durch 344 Kanzleien.

Die Daten dieses Berichts stammen von IP Pilot, einer Datenplattform für IP-Kanzleien, die Vertreter, Mandanten und deren Beziehungen auswertet. Der Bericht erfasst die Tätigkeit im Erteilungsverfahren in Brasilien von 2019 bis 2023, darunter Gesamtanmeldezahlen, Jahrestrends, den Anteil ausländischer Mandanten und den PCT-Anteil der führenden Kanzleien.

Ranking: Die 25 größten Kanzleien im Patenterteilungsverfahren in Brasilien

An der Spitze des Rankings steht DANNEMANN, SIEMSEN, BIGLER & IPANEMA MOREIRA mit mehr als 28.000 Anmeldungen zwischen 2019 und 2023. Es folgen KASZNAR LEONARDOS PROPRIEDADE INTELECTUAL und CLARKEMODET GROUP, die beide erhebliche Mengen ausländischer Anmeldungen betreuen.

Zu den weiteren großen Häusern zählen DANIEL LAW und GUSMAO & LABRUNIE S/C LTDA, die die Top 5 vervollständigen.

Diese Kanzleien sind überwiegend auf Patente ausländischen Ursprungs spezialisiert, mehr als 90 Prozent ihrer Anmeldungen kommen aus dem Ausland.

Trotz der Vorherrschaft dieser Kanzleien ist die Gesamtzahl der Anmeldungen zurückgegangen. Einige der führenden Häuser verzeichneten von 2019 bis 2023 einen Rückgang von mehr als 60 Prozent. Das deutet auf veränderte Strategien bei internationalen Patentanmeldungen und auf zunehmenden Wettbewerb im brasilianischen IP-Markt hin.

Entwicklung der Patentanmeldungen in Brasilien

Die Zahl der Patentanmeldungen in Brasilien hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich geschwankt. Die führende Kanzlei, DANNEMANN, SIEMSEN, BIGLER & IPANEMA MOREIRA, ging von 7.061 Anmeldungen im Jahr 2019 auf nur noch 2.687 im Jahr 2023 zurück, ein Minus von 62 Prozent. Ähnliches zeigt sich bei anderen führenden Häusern: KASZNAR LEONARDOS PROPRIEDADE INTELECTUAL verlor im selben Zeitraum 53 Prozent.

Ein Grund dafür ist die wachsende Bevorzugung von PCT-Anmeldungen. Die Daten zeigen, dass mehr als 90 Prozent der von den führenden Kanzleien betreuten Anmeldungen aus dem Ausland stammen. Brasilien bleibt damit eine attraktive Jurisdiktion für ausländische Anmelder, die Schutz suchen.

Entwicklungen im Fallaustausch in Brasilien

Länder, die Patentanmeldungen nach Brasilien geben

Brasilien erhält erhebliche Mengen an Patentanmeldungen aus den großen Volkswirtschaften. Die Vereinigten Staaten führen mit mehr als 37.000 Anmeldungen, gefolgt von Deutschland (9.365), Japan (7.480) und China (6.448). Diese Zahlen unterstreichen die Rolle Brasiliens als wichtiges Ziel internationaler Patentanmeldungen.

Länder, die Patente aus Brasilien erhalten

Patente brasilianischen Ursprungs werden am häufigsten in den Vereinigten Staaten, China und Mexiko angemeldet. Die USA bleiben das wichtigste Ziel brasilianischer Patente, mit mehr als 1.500 Anmeldungen in den vergangenen Jahren. Es folgen China mit 646 und Mexiko mit 339 Anmeldungen. Das zeigt die internationalen Ambitionen brasilianischer Innovatoren und die Bedeutung des Schutzes im Ausland.

Was das für IP-Kanzleien bedeutet

Für Kanzleien im brasilianischen Markt bringen diese Entwicklungen Risiken und Chancen zugleich. Der Rückgang der Anmeldungen spricht dafür, das Leistungsangebot zu verbreitern, etwa durch strategische Beratung zu internationalen Anmeldungen.

  • Beziehungen zu ausländischen Anmeldern ausbauen. Kanzleien sollten die Beziehungen zu ausländischen Anmeldern stärken, denn sie treiben das Anmeldegeschehen in Brasilien weiterhin an.
  • Kompetenz bei PCT-Anmeldungen aufbauen. Weil PCT-Anmeldungen stark vertreten sind, können sich Kanzleien mit Erfahrung in internationalen Verfahren als bevorzugte Partner für globale Mandanten positionieren.
  • Inländische Innovatoren beim Schutz im Ausland unterstützen. Da Anmeldungen aus Brasilien ins Ausland an Bedeutung gewinnen, sollten Kanzleien Wege finden, inländische Innovatoren beim Schutz ihrer Rechte im Ausland zu begleiten.

Fazit

Das Erteilungsverfahren in Brasilien bleibt ein Markt in Bewegung. Trotz des deutlichen Rückgangs der Anmeldungen zieht das Land weiterhin erhebliche ausländische Patentaktivität an.

Führende Kanzleien wie DANNEMANN, SIEMSEN, BIGLER & IPANEMA MOREIRA und KASZNAR LEONARDOS PROPRIEDADE INTELECTUAL bleiben tonangebend, müssen sich aber auf die veränderten Bedingungen einstellen. Wer den internationalen Fallaustausch versteht und gezielt in Mandantenbeziehungen investiert, sichert sich in diesem Wettbewerb langfristig seinen Platz.