Drei Flaggen der Europäischen Union vor einem modernen Bürogebäude aus Glas

Veröffentlicht, 17. März 2026

Die führenden Markenkanzleien beim EUIPO 2021-2025


Die Daten in diesem Bericht stammen aus IP Pilot, haben den Stand März 2026 und beruhen auf der Zahl der Markenanmeldungen, die zwischen 2021 und 2025 erstmals veröffentlicht wurden. Da Markendaten in öffentlichen Datenbanken verzögert erfasst werden können, können die Zahlen im Zeitverlauf schwanken.


Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) bleibt eine der aktivsten Markenjurisdiktionen der Welt. Es bietet Anmeldern mit einer einzigen Eintragung einheitlichen Schutz in allen EU-Mitgliedstaaten.

Zwischen 2021 und 2025 verzeichnete das EUIPO 593.448 Markenanmeldungen, von denen allein die 25 größten Vertreterkanzleien 134.067 bearbeiteten, also 22 Prozent. Diese Konzentration zeigt, welche anhaltende Rolle die führenden Vertreter im EU-Markenschutz spielen. Die Anmeldetätigkeit blieb dabei insgesamt stabil, trotz wirtschaftlicher Schwankungen, regulatorischer Anpassungen und sich wandelnder Strategien im Markenschutz.

Ranking: Die 50 führenden Markenkanzleien beim EUIPO 2021-2025

Spanien führt das EUIPO-Markengeschehen mit 113.689 Anmeldungen an, einem Anteil von 19 Prozent, knapp vor Deutschland mit 107.113 Anmeldungen und 18 Prozent. Das kehrt das Bild des Zeitraums 2019 bis 2023 um, als Deutschland vorne lag. Dahinter steht eine Gruppe volumenstarker spanischer Kanzleien, darunter Asternery, Intermark Patentes & Marcas, Herrero & Asociados und Pons Patentes y Marcas.

Zu den führenden Vertretern in Frankreich zählen IBE Avocat, das zu den drei größten Anmeldern gehört, die fusionierte Santarelli Group – IPSIDE – Brevalex – Santarelli und France Zhou.

Mittel- und Osteuropa ist ebenfalls gut vertreten: Die litauische Metida Law Firm liegt insgesamt unter den ersten drei, während die polnischen Kanzleien KBZ Żuradzki Barczyk & Partners und Kancelaria Radcy Prawnego Krzysztof Breguła beide unter den Top 50 vertreten sind.

Italien ist in den Top 25 stark vertreten durch A.Bre.Mar., Jacobacci & Partners und Bugnion. Fünf weitere italienische Kanzleien in den Top 50 meldeten im Zeitraum zusammen 28.717 Marken an.

Was steckt dahinter?

Die Konzentration auf die führenden Kanzleien bleibt erheblich, mehrere haben ihre Stellung über den Fünfjahreszeitraum mit konstant hohen Anmeldezahlen gefestigt. Zugleich zeigt die starke Präsenz aus Spanien, Frankreich sowie Mittel- und Osteuropa ein weiterhin umkämpftes Feld über viele Jurisdiktionen hinweg.

Die 50 führenden Markenkanzleien beim EUIPO 2021-2025: Anmeldevolumen

Markenkanzleien beim EUIPO: Aufschlüsselung nach Ländern

Die Anmeldetätigkeit beim EUIPO verteilte sich von 2021 bis 2025 auf eine breite Basis vieler Jurisdiktionen, statt sich auf einen dominierenden Markt zu stützen.

  • Auf Spanien und Deutschland entfallen zusammen rund 37 Prozent aller EUIPO-Markenanmeldungen, wobei Spanien in diesem Zeitraum die langjährige Führung Deutschlands übernommen hat.
  • Frankreich, Mittel- und Osteuropa (angeführt von Litauen und Polen) sowie Italien bilden die nächste Ebene starker nationaler Vertretung unter den bestplatzierten Kanzleien.

Der übergeordnete Trend zeigt einen EUIPO-Markt, in dem die Führung auf Länderebene umkämpft ist und in dem Kanzleien mit starken regionalen oder grenzüberschreitenden Empfehlungsnetzwerken gut aufgestellt sind, um Volumen zu gewinnen.

Anmelder beim EUIPO: Herkunftsländer

China ist mit Abstand das wichtigste Herkunftsland der EUIPO-Markenanmelder und steht für rund 25 Prozent aller Anmeldungen zwischen 2021 und 2025. Darin zeigt sich, in welchem Umfang chinesische Unternehmen ihre Marken im EU-Markt schützen lassen.

Dieses Niveau spricht für eine dauerhafte, strukturelle Anmeldebeziehung und nicht für einen kurzfristigen Ausschlag. Für Kanzleien mit China-Bezug lohnt es sich, die Entwicklung im Blick zu behalten.

Die Vereinigten Staaten liegen mit 60.131 Anmeldungen und einem Anteil von 11 Prozent auf Platz zwei. Das unterstreicht, wie wichtig die EU für amerikanische Markeninhaber bleibt, die einheitlichen Schutz in allen Mitgliedstaaten suchen.

Zusammen stehen China und die Vereinigten Staaten für mehr als ein Drittel aller Anmeldungen nach Herkunft. Das zeigt die Rolle des EUIPO als strategisches Anmeldeziel weit über die Grenzen der EU hinaus.

Anmelder beim EUIPO: die zehn größten

L’Oréal führt die EUIPO-Markenanmelder mit 1.319 Anmeldungen zwischen 2021 und 2025 an, fast doppelt so viele wie die zweitplatzierte Novartis AG aus der Schweiz. Der Abstand zeigt, in welchem Umfang die größten globalen Markeninhaber zentral und in hoher Stückzahl anmelden.

Was das für den EU-Markenmarkt bedeutet

Für internationale Kanzleien und IP-Berater, die Empfehlungspartnerschaften oder einen Einstieg in den EU-Markenmarkt prüfen, treten einige Punkte hervor:

  • Konzentration an der Spitze, Wettbewerb auf ganzer Breite. Die 25 größten Kanzleien bearbeiten 22 Prozent aller Anmeldungen. Zugleich zeigt die Vielzahl mittelgroßer Häuser in Spanien, Frankreich, Italien sowie Mittel- und Osteuropa ein weiterhin zersplittertes, umkämpftes Feld.
  • Die geografische Führung kann wechseln. Dass Spanien zwischen den Zeiträumen 2019 bis 2023 und 2021 bis 2025 an Deutschland vorbeigezogen ist, zeigt: Länderrankings sind nicht in Stein gemeißelt, und Empfehlungsstrategien gehören regelmäßig auf den Prüfstand.
  • Chinas Vorrang als Herkunftsland der Anmelder deutet auf eine dauerhafte Anmeldebeziehung hin, die Kanzleien mit China-Bezug im Blick behalten sollten.

Fazit

Das EUIPO-Markengeschehen zeigt einen Markt, der von Konzentration und geografischer Vielfalt zugleich geprägt ist. Kanzleien mit starker spanischer, französischer oder italienischer Vertretung halten die Spitzenplätze, und die anhaltende Anziehungskraft der EU auf Anmelder aus China und den Vereinigten Staaten festigt ihre Rolle als Eckpfeiler des weltweiten Markenschutzes.

Der vollständige Bericht mit den führenden Markenkanzleien beim EUIPO